Casa Continua – Ein Retreat- und Seminarhaus von und für Barberino Tavarnelle

Ländliche Regionen der Toskana stehen heute vor unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Entwicklungen. Während sich touristische Nachfrage und Investitionen stark auf urbane Zentren wie Florenz oder Siena konzentrieren, bleiben kleinere Gemeinden abseits dieser Ströme strukturell weniger frequentiert. Gleichzeitig verändern demografische Prozesse und der Funktionsverlust historischer Bausubstanz vielerorts die gewachsenen Dorfstrukturen.

Parallel dazu zeigt sich eine zunehmende Nachfrage nach kleinmaßstäblichen, qualitätsorientierten Aufenthaltsformen, die Ruhe, Gemeinschaft und einen bewussten Umgang mit Ort und Landschaft in den Mittelpunkt stellen. Historische Bauernhäuser wie die Casa Colonica verkörpern durch ihre einfache Architektur, robuste Bauweise und gemeinschaftliche Organisation grundlegende Qualitäten, die hierfür ein räumliches und kulturelles Potenzial bieten.

Das Projekt Casa Continua greift diese Ausgangslage auf und entwickelt ein ehemaliges Bauernhaus des 19. Jahrhunderts zu einem Retreat- und Seminarhaus weiter. Ziel ist es, bestehende bauliche Strukturen zu erhalten und durch eine zeitgemäße Nutzung zu ergänzen, die auf Eigenregie, Kooperation mit der lokalen Gemeinde und langfristige Tragfähigkeit setzt. Architektur und Nutzung verstehen sich dabei als Weiterführung vorhandener Qualitäten und nicht als deren Überformung.

Casa Continua zeigt exemplarisch, wie ländlicher Bestand durch behutsame Transformation, gemeinschaftliche Nutzung und lokale Vernetzung neu aktiviert werden kann und formuliert damit einen möglichen Umgang mit ländlichem Raum zwischen Kontinuität und zeitgemäßer Entwicklung.

VerfasserMarie-Christin DrößlerTypBachelorarbeitJahrWintersemester 2025/26BetreuerProf.in Suzanne Koechert

Hochschule Hannover
Fak. III – Medien, Information und Design
Studiengang Innenarchitektur

EXPO Plaza 2
30539 Hannover

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