Neustadt Zentrum

Entwurf von Fernanda Rubín de Celis und Maria Hroneva

Die architektonische Idee beinhaltet als Schwerpunkt ein Licht- und Farbkonzept, welches eine sprachunabhängige Orientierung für die Besucher:innen ermöglicht. Durch eine Lichtschiene lassen sich die Wege im gesamten Gebäude erschließen. Die Farben Grün, Rosa und Bau sind der Raumsituation angepasst. Es ergibt sich eine deutliche Farbtrennung zwischen den Räumen, die je nach Funktion von einer bestimmten Farbe dominiert werden.

Die Ausnahme bildet der zentrale Marktplatz, der alle drei Farben miteinander vereint, um seiner Rolle als Treffpunkt gerecht zu werden. Zudem war die Wiederverwertung von Bestandselementen im Gebäude ein weiteres Leitmotiv, sichtbar z.B. an den Trennwänden im Büro, den blauen Eingangstüren oder den Fenstern am Empfang.

Im Neustadt Zentrum werden zukünftig Feste, Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden. Es sind familienunterstützende Angebote wie das Frauenfrühstück geplant. Eine Gemeinschaftsküche steht allen zur Verfügung, neben der Nachbarschaftshilfe mit Sprach- und „Erst-Monate-in-Deutschland“-Unterstützung, sind Projekte der kulturellen Bildung im Bereich Kunst, Musik, Foto und Tanz geplant.

 

Studentenwohnheim auf Zeit

Entwurf von Katharina Deeken und Laila Malin Koslowski

Das Bestandsgebäude, eine gründerzeitliche Feuerwache in der Calenberger Neustadt, haben wir zu einem Studentenwohnheim auf Zeit umgeplant. Wer zu Semesterbeginn ohne Wohnung dasteht, kann hier in Ruhe ankommen, von dort aus weiter suchen und in der Zwischenzeit neue Leute kennenlernen. Mit dem Denkmal wollten wir behutsam umgehen und deshalb gestalterisch neue Elemente nicht mit dem authentischen Original verwechseln lassen und reversible Lösungen finden. Aus diesem Wunsch heraus entstand die Idee, Cubes aus Holz in das Gebäude zu setzen. Form und Material heben sich so klar vom Bestand ab und lassen sich einfach wieder entfernen. Ein gemeinsamer Außenbereich, ein Arbeitsraum, eine WG ähnliche Gemeinschaftsküche und ein Partyraum bieten nur wenig Ausweichmöglichkeiten, womit wir das Kennenlernen unterstützen wollen. Vielleicht werden hier sogar neue WG´s gegründet.

Im ersten Obergeschoss finden dann Studierende in Mehrbettzimmern einen Platz, die für Aufnahmeprüfungen, die Erstiwoche oder Wohnungsbesichtigungen, also einem kürzeren Zeitraum, Unterschlupf suchen. Das zweite Obergeschoss ähnelt mit seinen neun Zweibettzimmern einem klassischen Studentenwohnheim am meisten. Hier können sich die Studierenden von dem Trubel im Erdgeschoss entziehen und gemütliche Privatsphäre genießen, ohne es sich zu bequem zu machen.

 

Bunte Mitte

Entwurf von Marie-Christin Drößler und Linda Siemer

Das Nutzungskonzept des Hauses stützt sich zum einen auf die vorangegangene Umgebungsanalyse und zum anderen auf die Geschichte des Bestandsgebäudes. Wir haben uns konzeptionell speziell auf die ehemalige Bürgerschule am Kanonenwall bezogen, welche damals eine streng geschlechtergetrennte Einrichtung war. Der Aspekt des Von- und Miteinander Lernens und somit der Generationsübergreifenden Wissensweitergabe, lag uns dabei besonders am Herzen.

Daher beläuft sich unser Konzept auf einen neuen Begegnungsort für jede Generationen des Stadtteils Calenberger Neustadt. Es entsteht dadurch ein neues Zentrum im Stadtteil mit ganz einzigartiger Identität. Es entsteht ein Ort, der Menschen jeder Altersgruppe und Herkunft Willkommen heißt und einlädt. Mehrere Generationen unter einem Dach findet man kaum mehr und auch der Bezug zwischen Jung und Alt schwindet immer weiter.

Wir führen Generationen wieder zusammen, indem wir neue gemeinsame Berührungs- und Interessenpunkte schaffen. Vor allem fördern wir die Begegnung durch gemeinsame Ziele und Visionen, sowie Aktivitäten wie Sport, kreativer Förderung, Kochen, Backen, gemeinsame Lesestunden oder auch Gärtnern. Das Lernen Von und Miteinander steht dabei im Fokus.

Neben Farbakzenten ist gestalterisch nicht all zu viel an diesem Ort vorgegeben, denn Ziel ist es auch, den Charakter und Charm des Hauses durch die Besucher*innen formen und bestimmen zu lassen. Dadurch ist eine wirksame Basis und Atmosphäre geschaffen, die viel Freiraum lässt und durch die Nutzer*innen erst vollwertig wird. Dieser Ansatz wird ebenfalls unterstützt vom architektonischen Prinzip der Offenheit, Flexibilität und der Vernetzung.

Die Räume halten bestimmte Qualitäten bereit, können jedoch flexibel auf individuelle Situationen und Nutzungen reagieren. Dadurch ist der Begegnungsprozess im Haus nicht gesteuert, sondern entsteht eigenständig.

Die Atmosphäre ist daher sehr belebt und kommunikativ, aber auch vertraut und losgelöst vom sonstigen Lebensalltag. Angeregte Gespräche oder die Hintergrundgeräusche von spielenden Kindern können hier ein guter Ausgleich sein. Auch der verlockende Duft von frisch gebackenem Apfelkuchen oder Kaffee trägt zur wohligen Atmosphäre bei. Für privatere und ruhigere Momente sind ebenfalls geschütztere Bereiche vorbehalten. Grundsätzlich hält das Haus Raum für Kooperationen mit anderen Gemeinschaften, wie Beispielsweise der Familienbildungsstätte, vor.

Im Kreativbereich ist man von purer Inspiration und lebensfrohen Farben umgeben, die eine positive Energie ausstrahlen. Frei bewegliche Tische und Sitzgelegenheiten sorgen dabei für eine abwechslungsreiche Atmosphäre. Eine große Leinwand kann durch den gesamten Raum gelegt werden und bietet so Platz für gemeinsames malen und kreatives auslassen. Die großen Sitztreppen bieten Raum zum setzen, ausruhen, kommunizieren oder auch beobachten. Über sie gelangt man ebenfalls in das erste Obergeschoss, in dem sich eine Erweiterung des Kreativbereichs befindet. Von oben kann man sich über die Galerie einen Überblick über das bunte Treiben verschaffen. Zwei neu gesetzte große Fensterfronten bringen viel Tageslicht und ermöglichen im Erdgeschoss einen freien Zugang zum Innenhof, sowie Blickbeziehungen zum gegenüberliegenden Aufenthaltsbereich. Unterstützt wird das Tageslicht von einer atmosphärischen und repräsentativen Pendelleuchte im Zentrum der Galerie.

Im Aufenthaltsraum kann man in großer Runde zusammenkommen und den angenehmen Trubel des Hauses genießen. Die Atmosphäre gleicht einem offenem Wohnzimmer und ist daher sehr gemütlich. Die Blicke durch das Treppenhaus bis rüber in den Kreativbereich sollen dabei Lust auf eigenes Aktivwerden machen.

Bei Dunkelheit erstrahlt das Gebäude in einem ganz neuen Licht. Aufgrund der Durchbrüche und neu gesetzten Fensterfronten im Eingangsbereich ist ein neuer Innenhof entstanden, der ganz vielfältig und individuell nach Bedürfnis genutzt und mit Lichtspiel inszeniert werden kann. Das bunte Treiben des Hauses lädt so auch vom weitem zum dazu stoßen ein.

Auch die Fassade bekommt einen ganz eigenen Auftritt durch die gezielt in Szene gesetzten Konturen der Fensterlaibungen.

 

BE.CRE

Entwurf von Jenny Freymuth

Das BE.CRE ist ein kreatives Haus, indem Kunst, Werken und Abschalten von den vielen Einflüssen der Großstadt großgeschrieben werden. Menschen jeglicher Altersgruppe sind herzlichst Willkommen, ihre kreativen Adern fließen und ausleben zu lassen.

Das Gebäude soll sowohl die Bedürfnisse nach Ruhe und Selbstverwirklichung als auch dem Austausch und der Interaktionen mit den Mitmenschen gerecht werden. In Verbindung mit dem Café, besteht die Möglichkeit, sich eine kleine Pause von dem kreativen Arbeiten zu geben. Es werden wöchentliche Workshops angeboten, an denen man weitere künstlerische Aktivitäten ausführen kann, wie z.B. Nähen und Töpfern. In dem Ausstellungsraum werden anschließend die Kunstwerke ausgestellt, die in dem Gebäude entstanden sind.

Insgesamt sind Gestaltung und Materialauswahl sehr zurückhaltend, damit der Raum mit dem kreativen Geist eines jeden Menschen ausgefüllt wird. Unterstützung findet dieses ebenfalls durch die modularen Holzwürfel, indem schon bei der Sitzmöglichkeiten und Sitzkombinationen keine Grenzen gesetzt sind.

ART FUSION

Entwurf von Melissa Demiray und Simonne Joffroy

Art Fusion ist ein Co-Working Space und Begegnungsort für Künstler:innen, Kunstinteressierte und Kreative. Als kultureller Ort des Austauschs treffen hier unterschiedlichste Künste aufeinander.

Das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes teilt sich in großzügige, helle Räumlichkeiten, in denen jeder seine Nische findet. Es gibt ein Café, eine Nähwerkstatt, ein Auditorium, einen gemeinsamen Arbeitsraum, sowie Atelier-Cubes, in die man sich einmieten kann. Um das Thema ART FUSION auch in der Gestaltung zum Ausdruck zu bringen und Verbindungen zu schaffen, bringt ein offener Grundriss und viel Transparenz diesen sozialen Ort zusammen.

Die architektonische Idee findet ihre Inspiration im Bestand des Gebäudes aus der Gründerzeit. Ein besonders prägendes Element sind die Fenster der alten Feuerwache. Sie fallen bereits ins Auge, wenn man sich auf das Gebäude zubewegt. Die großen Treppen, die sich im Mittelpunkt des Gebäudes befinden, sind umrahmt von Segmentspitzbögen. Auch diese neugotische Form ist in das Konzept eingeflossen, um den Bestand wertzuschätzen und seine Besonderheit zu unterstreichen. In unterschiedlichen Szenarien finden sie sich auf neuinterpretierte Weise wieder. Kubische Formen ergänzen die Formsprache. Sie nehmen die Geradlinigkeit und Symmetrie des Gebäudes auf und schaffen gleichzeitig einen Kontrast. Materialechtheit zieht sich durch das komplette Gebäude. In Kombination mit einer hellen Farbigkeit und einem Blauton als Akzent, wird eine zurückhaltende, natürliche und ausgeglichene Atmospähre geschaffen.